Tourtagebuch Teil 2
Köln - Chemnitz - Erlangen - Mannheim
19.10.: Köln - Chemnitz, Subway to Peter
Wie bereits erwähnt, lassen wir uns selber keine Ruhe und treffen uns nach der Nacht im eigenen Bett morgens um 10h am Proberaum, um das Set zu viert nochmal durchzugehen. Luki hört uns zu, ebenso wie Melissa, einer unserer jüngsten Fans und meine Schwester, die sich vor ihrer Weisheitszahn-Vollnarkose noch eine Geräuschdröhnung verabreichen will. Dann ab zurück in den Van, noch schnell ein paar Knusperflocken und Weintrauben beim Netto gekauft, und auf nach Chemnitz, bei ganz furchtbarem Herbst-Einstiegs-Wetter. Regen und Nebel und Kälte. Brrrr.
Im Subway to Peter ist es auch nicht viel wärmer als draußen, denn es ist ein Kellergewölbe. Der Veranstalter allerdings ist sehr nett zu uns und serviert uns nach dem Aufbau und dem Soundcheck ein Essen, das Rainer Kalmund sehr große Freude bereitet hätte: frittierte Champignons, frittierte Kartoffeln, und einen Salat in Öl. War aber wirklich lecker.
Das Konzert war eigentlich schön. Auch, wenn Lukas zwischenzeitlich am Rande eines Nervenzusammenbruches stand ob der technischen Voraussetzungen.
Am Ende des Abends gab es nicht nur die Einnahmen aus dem Hut auf einem Teller überreicht, sondern noch den Schnaps des Hauses, der uns mit der Anweisung "nicht dran riechen, einfach trinken!" übergeben wurde. Hätte ich mal besser dran gerochen. Dann hätte ich nämlich nicht das Gefühl, ab jetzt für den Rest meines Lebens nach Koblauch zu riechen.
Das Bandappartment war vor allem posterreich und dunkel. Lustigerweise habe ich aber trotz des erhöhten Ranzhausen-Faktors dort am tiefsten von allen bisherigen Nächten geschlafen.
20.10.: Chemnitz - Erlangen, E-Werk
Erlangen erreichen wir viel zu früh. Manche von uns sind aus Zucker und ziehen sich nach einem ca 10minütigem Spazierversuch bei Regen wieder in den BackstageRaum zurück, der warm und vollgestopft mit Snacks ist. Zwei Bandmitglieder hingegen stapfen wacker durch die Erlanger, naja, Innenstadt und kaufen sich sogar ein paar Schuhe.
Der Abend mit Beat!Beat!Beat! und einer anderen sehr netten Münchener Band, deren Namen ich schmachvoller weise vergessen habe, ist wirklich ausgesprochen nett. Extrem freundlicher Veranstalter, leckeres Essen, Bühne und Sound wunderbar, und lauter nette Menschen, mit denen man sich gerne unterhält. Das Publikum in Erlangen allerdings ist tatsächlich sehr verhalten und man muss sich erst daran gewöhnen. Trotzdem bleiben aber alle da und hören zu, und das kann ja kein schlechtes Zeichen sein.
Nächtigen tun wir in einem Hotel, das wirklich ein kleines bisschen aussieht wie aus einem Albtraum entsprungen. Morgens sind wir auch die einzigen Frühstücksgäste und man wartet die ganze Zeit darauf, dass eins der Bandmitglieder sich plötzlich verändert und uns alle umbringen will.
Deswegen brechen wir dann auch zeitig gen Mannheim auf.
21.10.: Erlangen - Mannheim
Wie ihr schon bemerkt haben werdet, ist die zweite Hälfte der Tour ein bisschen ruhiger. Keine Exzesse mehr, niemand verliert etwas, die Fahrten werden kürzer, im Auto ist mehr Platz... ist aber auch ganz nett.
In Mannheim scheint die Sonne und wir sind so früh da, dass wir noch in der Stadt bummeln und alle sich ein bisschen zerstreuen und Sonne tanken können.
Zum Konzert habe ich die folgende Statistik zu vermelden:
4 Stromausfälle
(innerhalb von 2,5 Liedern)
4 Besucher.
Deswegen endet selbiges dann auch in einer spontanen Akustikdarbietung mit Omnichord, Chicken Egg, Glockenspiel und Gitarre und wir rocken die Crowd mit allem, was wir haben.
Um 22h haben wir dann schon den Wagen beladen und fahren Richtung Heimat, setzen Luki noch in der Pampa ab, in der er lebt, und sind alle um 2h schon zuhause. Nämlich hier.
Mein Fazit:
Unterwegs sein mit Jungs macht Spass.
Herbst ist schöner, wenn die Sonne scheint.
Es tut mir sehr leid, dass ich im Hotel in Erlangen so viel im Schlaf gesprochen habe.
Und jetzt im Ernst:
Danke an alle, die uns zugehört oder gar ein Album gekauft haben.
Danke an alle, die veranstaltet, organisiert, gekocht und Schlafplätze bereitgestellt haben.
Danke an Bro, der uns anfangs so wunderbar fuhr, und den wir später vermissen mussten.
Danke an Luki, der einen unglaublichen Einsatz zeigt und ohne den alles ganz anders und mit Sicherheit nicht schöner wäre.
Danke an alle, die das hier lesen.
Danke an dich, denn du bist LINGBY (das war wieder Spass).
Und bis bald.
Judith für die ganzen LINGBYs

catalyzed